Bittere Nachrichten von Bungie: Das Studio hinter Destiny 2 und Marathon wird erneut verkleinert. Sony Interactive Entertainment hat bestätigt, dass eine "significant number of employees" betroffen ist - darunter laut Mitteilung der Großteil des Destiny-Teams sowie einige Entwickler aus dem Marathon-Team. Auch unterstützende SIE-Teams, die an Bungie-Projekten mitarbeiten, sind betroffen. 

Bungie selbst sprach von einer "reduction in force", also einem Stellenabbau, der im Zuge einer Neuaufstellung nötig geworden sei. Als Begründung nennt das Studio unter anderem, dass Destiny 2 in den vergangenen Jahren hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Nach dem finalen großen Live-Service-Update könne Bungie nicht mehr in der bisherigen Größe weiterarbeiten. 

Destiny 2 ist am Ende einer Ära angekommen

Der Einschnitt kommt kurz nach dem letzten großen Inhaltsupdate für Destiny 2. Laut VGC erschien das finale Update "Monument of Triumph" am 9. Juni 2026 und beendete damit eine jahrelange Live-Service-Phase. Für viele Fans dürfte die Meldung trotzdem hart einschlagen: Destiny war über Jahre eine der wichtigsten Marken im Online-Shooter-Bereich und hat Bungie nach Halo eine zweite riesige Identität gegeben. 

Dass nun ausgerechnet große Teile dieses Teams gehen sollen, zeigt, wie deutlich sich die Lage verändert hat. Destiny 2 war lange ein Vorzeigeprojekt für dauerhafte Online-Spiele, regelmäßige Erweiterungen und Community-Bindung. Doch genau dieser Markt ist inzwischen viel härter geworden. Spieler bleiben nicht automatisch über Jahre bei einem Spiel, nur weil ein Publisher den Live-Service-Plan groß ankündigt.

Auch Marathon bleibt unter Druck

Sony betont zwar, dass Marathon weiterhin ein wichtiger Teil des Portfolios bleibt. Gleichzeitig ist die Meldung für das neue Projekt alles andere als ein Rückenwind. Marathon soll Bungies nächster großer Live-Service-Schritt werden, kommt aber in einer Phase, in der Sony und Bungie offenbar deutlich vorsichtiger kalkulieren müssen. 

Zusätzlich berichtet VGC unter Berufung auf Bloomberg, dass Bungie-Studiochef Justin Truman nach der Entlassungsnachricht ebenfalls zurücktritt. Truman hatte erst im vergangenen Jahr die Führung von Bungie übernommen, nachdem Pete Parsons gegangen war. 

Für Bungie ist das mehr als nur eine weitere Personalrunde. Es wirkt wie der endgültige Bruch mit der Zeit, in der Destiny 2 als nahezu unerschütterlicher Dauerläufer galt.

Sony bekommt die Live-Service-Realität zu spüren

Sony hatte Bungie 2022 auch deshalb übernommen, weil der PlayStation-Konzern stärker in Richtung Live-Service wachsen wollte. Aus heutiger Sicht wirkt dieser Plan deutlich schwieriger als damals. Live-Service-Spiele können riesige Erfolge werden, aber sie verschlingen auch viel Geld, brauchen dauerhaft Inhalte und verzeihen kaum Fehler.

Die neuen Entlassungen zeigen, wie brutal dieser Markt inzwischen geworden ist. Selbst ein Studio mit Bungies Namen, Destiny-Vergangenheit und Sony im Rücken ist offenbar nicht davor geschützt, wenn Spielerzahlen, Umsatz und Zukunftspläne nicht mehr zusammenpassen.

Für Fans bleibt vor allem eine bittere Frage: Wenn schon Bungie bei Destiny so hart zurückgebaut wird, wie sicher ist dann überhaupt noch irgendein großes Live-Service-Projekt?